2. Floorball Bundesliga: 1. Spieltag

SCS Berlin - Floorball Club Havel (9:7)

Berlin, der 26.09.2020. Es ist so weit. Das lange, nervenzerreißende Warten hat ein Ende. Der FBC Havel ist endlich angekommen in Deutschlands zweithöchster Spielklasse.

Zum Beginn der neuen Saison ging es gleichmal „auswärts“ gegen einen alten bekannten aus Berlin. Gegen den SCS Berlin, sollte das Abenteuer 2. Floorball Bundesliga also seinen Anfang nehmen.

Wie es als Aufsteiger so üblich ist, starteten wir natürlich als Außenseiter in die Partie. Die Gastgeber konnten immerhin schon etwas mehr Bundesligaluft schnuppern. Trotz dessen, konnte die Motivation vor dem Spiel nicht größer sein. Überpünktlich und voller Vorfreude traf sich das Team des FBC Havel bei bestem Herbstwetter im Sportzentrum Siemensstadt. Glücklicherweise verirrte sich niemand im großen Gebäude und landete versehentlich bei der Wassergymnastik. Wer weiß was dort für verborgene Talente hervorgetreten wären…

Nachdem wir die Halle inspiziert hatten, blieb vor der Erwärmung noch Zeit für einen erfrischend-feuchten Herbstspaziergang durch die Siedlung. Sehenswürdigkeiten gab es wenige, sodass wir uns schnell wieder in der wärmeren, trockeneren Halle einfanden.

Schon beim Aufwärmen war die Vorfreude zu erahnen. Jeder konzentrierte sich von Anfang an und erarbeitete sich ein Lob vom Trainerteam.

Der Kabinenansprache folgte ein neuer, lauter und sehr motivierender Schlachtruf. In neuen Trikots folgte das zweitligaobligatorische Einlaufen unter donnernder aber dennoch ausbaufähiger Einlaufmusik. Nichtsdestotrotz, war die Professionalität in der höheren Spielklasse zu spüren. Die Halle war (zumindest unter Corona Bedingungen) fast ausverkauft. Nach der Benennung der Starting Six konnte das Spiel also pünktlich beginnen.

Wer dachte, dass wir uns vor der Schnelligkeit des Gegners überraschen ließen, irrte sich. Die ersten Minuten ließen für einen neutralen Beobachter nicht erahnen, wer hier der Liganeuling ist. Nach etwas mehr als einer Minute klingelte es auch schon im Tor der Gastgeber. Ausgerechnet Neuzugang Pascal Heyn, traf gegen seinen ehemaligen Verein nach Vorlage von Spielertrainer Atte Ronkanen zum 1:0. Es folgten zehn Minuten mit munterem Schlagabtausch und guten, körperlichen Zweikämpfen. Eine Zwei-Minuten Strafe gegen uns, konnten wir unbeschadet überstehen, bevor der SCS nach 13 Spielminuten zum nicht unverdienten Ausgleich kam. Durch Stellungsfehler konnten die Gastgeber vor der Pause noch in Führung gehen. Mit einem 1:2 Rückstand ging es in die erste Drittelpause.

Nach einer aufmunternden Kabinenansprache durch Co-Trainer Weinert und Ronkanen, ging es in Drittel Zwei. Auch hier gehörte der Beginn wieder dem FBC und auch hier hieß der Torschütze wieder Heyn, der einen Einstand nach Maß verzeichnen konnte. Der Ball überschritt dabei scheinbar in Zeitlupe die Torlinie und ließ den gegnerischen Keeper etwas schlecht aussehen. Dieser sollte seinen Fehler aber mit guten Paraden im Laufe der Partie wieder wett machen. Eine weitere Strafe gegen uns konnte der Gegner diesmal zur Führung nutzen und durch erneute Stellungsprobleme sogar auf 4:2 erhöhen. Das Spiel wurde in der Folge etwas hitziger. Nach einem Zweikampf, ließ sich der Gegner zu einem unnötigen Stockschlag gegen das Schienbein von FBC Spieler Hoffmann hinreißen, was immerhin mit einer 5-Minuten Strafe durch die bundesligaerfahrenen Schiedsrichter geahndet wurde. Diese fünfminütige Überzahl nutzen wir mit unseren Powerplay Reihen und konnte durch Hoffmann (Assist Ronkanen) und Ronkanen selbst zum 4:3 und 4:4 genutzt werden. Kurz nachdem der SCS wieder vollzählig war, konnten die Berliner wieder in Führung gehen. Ronkanen glich vor der zweiten Drittelpause aber noch zum 5:5 aus.

„Spannend!“, ruft der Haargummi kurz vor dem Reißen. Genauso konnte man das ausgeglichene Spiel bezeichnen. Und das dritte Drittel sollte es nochmal in sich haben. Leider verpennten wir die ersten Minuten völlig und gerieten nach zwei sehr unglücklichen Gegentoren in Rückstand (7:5). Im Gegenzug knallten zwei Schüsse auf unserer Seite gegen das Aluminium, andere Schüsse konnten vom mittlerweile gut parierenden Keeper der Gastgeber abgewehrt werden. Eine 2-Minuten Strafe gegen den SCS konnten wir dann für den Anschlusstreffer durch Heyn nutzen, der damit einen Hattrick gegen seinen Ex-Verein schnürte. Der nächsten Penaltykill wurde durch sehr gute Abwehrleistung überstanden, ehe der SCS dann doch noch auf 8:6 erhöhte. Die letzten 5 Minuten wurden nochmal hitzig. Der artistisch erzielte Anschlusstreffer wurde nicht gegeben, stattdessen gab es nochmal auf beiden Seiten eine Zeitstrafe. Ronkanen ging in den letzten Minuten volles Risiko und ließ Keeper Nico Severin durch einen Feldspieler ersetzen. Die Offensivpower wurde durch Hoffmann eine Minute vor Ende belohnt. Doch es sollte nichts mehr werden mit dem ersten Punkt in Liga 2. Siemensstadt erzielte kurz vor Abpfiff den Endstand von 9:7.

Trotz der Niederlage zum Saisonstart, kein Grund den Kopf hängen zu lassen. Im Gegenteil! Kaum jemand hätte vorher wohl damit gerechnet, so ein spannendes Spiel zu sehen. Das intensive Training hat sich in allen Bereichen bezahlt gemacht. Die Abwehrarbeit war über weite Strecken solide und auch die Präzision vor dem Tor glich nicht mehr der eines defekten Duschkopfes. Spieler des Spiels auf Seiten des FBC war Spielertrainer Atte Ronkanen mit 2 Toren und 5 Vorlagen. Auch der Einstand von Pascal Heyn (3 Tore), kann sich sehen lassen.

Wir können aus dem Spiel viel Positives mitnehmen. Der Spaß in der höheren Liga war jedem anzusehen. Mit diesem Elan geht es nun in das erste Heimspiel. Am Wochenende empfängt der FBC Havel die Füchse aus Quedlinburg. Die Füchse verspeisten, getreu der Nahrungskette, die Saalebiber aus Halle mit 6:2.  

Wir bedanken uns beim SCS für das intensive und spannende Spiel und danken den Schiedsrichtern für die Leitung der Partie. Danke natürlich auch an alle Zuschauer und Daumendrücker. 

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