Ein Rückblick…

Sechs motivierte Floorballer versammelten sich an einem unbekannten Ort und berieten über die Gründung eines neuen Vereins, nur wenige Wochen nach dem verpassten Aufstieg in die 2. Bundesliga, als der SC Potsdam sich knapp den Black Wolves aus Dessau geschlagen geben musste. 

Trotz dieser Niederlage, keimte ein Gedanke, ein Ziel in allen. Der Aufstieg war zu nah, um es bei diesem einen Versuch zu belassen. 

So erfolgte an besagtem Tag die Gründung des Floorball Club Potsdam, kurz FBC. In den kommenden Wochen nahm die Operation Aufstieg 2020 Fahrt auf. Wie hierzulande üblich, dauerten die amtlichen Wege eine gewisse Zeit, was vor allem unserem finnischen Vereinsvorstand Atte zeitweise verzweifeln ließ. In der Zwischenzeit kümmerten wir uns um Trainingszeiten, die neuen Trikots kamen und der ein oder andere neue Schläger unseres Sponsors EXE Sport konnte getestet werden.   

Mit einem Kader von 16 Spielern starteten wir also die Saisonvorbereitung. Dabei scheuten wir keine Kosten und Mühen. Finanzvorstand Richie drehte jeden Stein um und schöpfte aus den Vollen, um den Schweizer Starspieler AB zu verpflichten.  Auch der ehemalige Füchse Torwart Nico sollte eine gelungene Verstärkung werden. Eine Glückssache für uns, dass unser zweiter Keeper auch Nico hieß, sodass wir uns nur einen Namen merken mussten. Dank gilt daher auch unseren Sponsoren, die diese finanziellen Hechtsprünge möglich machten.  

Nach intensiver Vorbereitung in den Sommermonaten, die wir überwiegend mit Fitnesstraining draußen absolvierten, stand im September dann endlich das erste Pflichtspiel an. In der Berliner Monumentenstraße durften wir auf engstem Raum unser erstes Großfeldspiel bestreiten. Gegner war die SG UHC/Berlin Tegel, welche in der letzten Saison noch mit dem SC Potsdam um die Teilnahme an den Playoffs kämpfte. Als unbekannter, aber bestimmt von Anfang an respektierter Neueinsteiger zeigten wir gleich im ersten Spiel, dass unser Ziel nur die Tabellenspitze sein konnte und gewannen souverän mit 10:3. Qualitativ nicht das beste Spiel, was vor allem Keeper Nico bemängelte, der aus der SBK Ost wohl anderes gewohnt war. Eine Aussicht auf Besserung konnten und wollten wir ihm zu diesem Zeitpunkt nicht geben. 

Leider gab es da noch eine weitere Mannschaft die unserer souveränen Herrschaft in der Regionalliga Berlin/Brandenburg im Weg stand. Die Laikas Berlin, gespickt mit erfahrenen Spielern, stibitzten uns dann am 2. Spieltag nach Verlängerung die ersten Punkte. Fortan war es ein Kopf an Kopf Rennen zwischen den Laikas und dem FBC. 

Von dem ersten Punktverlust ließen wir uns aber nicht unterkriegen und lieferten in den kommenden Spielen ein Torfeuerwerk nach dem anderen ab. Als erstes bekam Rapid unsere Kaltschnäuzigkeit zu spüren. Beim deutlichen 11:2 Sieg waren zumindest wir unantastbar, was Tom wohl noch ewig nachhängen wird. 

Der Kader wurde in der Zwischenzeit mit Michel verstärkt, der die Schleswig-Holstein Liga gegen die Berlin-Brandenburger tauschte. Ein gelungener Transfer wie sich in den darauffolgenden Einsätzen zeigte. 

Es folgten Siege gegen die SG Mellensee/Rangsdorf (15:1), die Young Rockets (6:4) sowie gegen die SG Siemensstadt/Eisbären Juniors (15:1) bei denen sich die Toptorschützen Atte und Bobs ganz weit nach oben in der Scorer Liste beförderten. Aber auch Tim und unser Kapitän und Abwehrchef Mo bewiesen Zielgenauigkeit.

Am 07.12.2019, kam es dann zum sagenumwobenen Derby gegen die SG Potsdam, welche aus erfahrenen Spielern des SC Potsdam und jungen Wilden Spielern bestand. Das zur Sicherheit auf neutralem Boden stattgefundene Derby konnten wir mit 11:3 für uns entscheiden. 

Noch vor der Winterpause, die wir aufgrund der souveränen Siege der Laikas nur auf dem 2. Tabellenplatz verbringen durften, stand das erste Rückspiel gegen die SG UHC Berlin/Tegel an. Dieser Sieg (16:2) bleibt uns dank unseres Improvisationstalentes beim Aufbau und Pauls biblischer Teilung der gegnerischen Abwehr wohl noch lange in Erinnerung.  

Nach längerer Winterpause, die trotz der souveränen Leistung in der Hinrunde mit intensivem Training bestückt wurde, konnte es weiter gehen. Leider steckte wohl noch das Weihnachtsessen in den Knochen und Muskeln und der Auftakt ging gegen die Laikas knapp mit 6:7 verloren. Damit schrumpfte auch die Hoffnung auf Platz 1, was unserer Motivation aber keinen Dämpfer verpasste. 

Neben dem eher knappen Sieg gegen die SG Mellensee/Rangsdorf (6:3), fegten wir die kommenden Gegner förmlich vom Platz. Mit 14:3 konnte der Sieg gegen die Rockets deutlicher gestaltet werden als im Hinspiel, der höchste Sieg gelang gegen die SG Siemensstadt/Eisbären Berlin (22:1).

Zum Abschluss der Saison wartete dann wieder unser Derbygegner. Das Rückspiel ging mit 18:2 an den FBC, der sich damit souverän den 2. Tabellenplatz hinter den Laikas sichern konnte. Mit einer Tordifferenz von 170:38 erzielten wir die meisten Tore in der Liga und zeigten damit, dass wir zu höherem bestimmt sind. 

Die Aufstiegsspiele konnten also kommen. Nachdem sich die Tabellenkonstellation in der SBK Ost bis zuletzt spannender gestaltete als in unserer Liga, freuten wir uns auf unseren Gegner aus Chemnitz um gemeinsam um den Aufstieg zu kämpfen. Das qualitativ sehr hochwertige Spiel ging schlussendlich leider recht deutlich mit 3:11 verloren. 

Leicht deprimiert, dass das hart erkämpfte Ziel nach einem einzigen Spiel unerreichbar geworden ist, waren wir uns aber doch alle einig, dass Spiele auf diesem Niveau unser Anspruch sein sollten. 

Mit diesem Spiel ging es dann in die virusbedingte Zwangspause, die schlussendlich aber auch ihr gutes haben sollte. Erstmals in der Geschichte wird es nämlich eine regionale Staffelung geben, die jedem interessierten Team auch den Aufstieg in Liga 2 ermöglicht. In der neu gegründeten Staffel Ost spielen somit 7 Teams. 

Somit ist das Ziel Aufstieg am Ende doch noch erreicht wurden. Das bedeutet auch, dass der Kader aufgestockt und das Training intensiviert werden muss. Die Mission 2. Bundesliga startet jetzt!

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